Eine sehr ungünstige Konstellation der Partnerschaft
und doch ziehen sich beide auf wundersame Art magisch
an. Denn beide haben ein ähnlich ausgeprägtes Nähe und
Liebesbedürfnis. Nur während der eine dann – wenn er die
Liebe hat – sie nicht ertragen kann – fürchtet der andere nichts
mehr als die Liebe, die er gewonnen hat zu verlieren.
Beiden liegt aber das selbe Problem zugrunde: die blanke Panik
vor Verletzung und Schmerz und dem Verlust ihrer selbst.

Was passiert nun wenn beide zusammen finden? Zwei
Menschen, die sich nichts sehnlicher Wünschen, als dieses
unstillbare und ständig schreiende Kind in ihnen zur Ruhe
zu bringen... Doch auf ihre Art gefangen in ihrer Angst.

Wer sagt, dass Liebe das stärkste Gefühl ist, der hat noch
keine Angst erfahren.

Im ersten Moment werden beide eine sehr intensive und
nahe Zeit miteinander erfahren. Der Beziehungsphobiker
kann sehr charmant sein. Er ist geübt darin möglichst schnell
möglichst intensive Nähe herzustellen.

Sie werden sich das Geben, wonach es sie so sehr drängt.
Dann wird ihnen die Angst einen Strich durch die Rechnung machen.

Der Bindungsphobiker wird sich manchmal früher, manchmal
erst später (je nachdem wie ausgeprägt die Störung ist) schon bald
in dieser Nähe unwohl und eingeengt fühlen. Dabei war doch eigentlich
alles wunderschön.... aber dennoch..... Auf einmal fürchtet er den Verlust
der Freiheit und Eigenständigkeit, sowie die Abhängigkeit. Fühlt sich
gefangen und eingesperrt. Der Verlustphobiker wird dies bemerken
und in seiner Angst auf andere Weise reagieren. Er wird spüren, dass
der Partner versucht zu entweichen
…. er bemerkt, dass er sein Gegenüber nicht halten kann und dieser
den Rückwärtsgang eingelegt hat.

Der Bindungsängstliche wird mit einem mal immer unverbindlicher.
Es wird Zeit gestrichen. Es wird nicht mehr möglich sein – Absprachen
zu treffen. Auf einmal scheint die Beziehung komplett hintenan stehen
zu müssen.

Je nachdem, wie sehr es den Beziehungsphobiker bedrängt,
wird dann auch schnell mal die Trennung ausgesprochen.

So kommt es für den Verlustphobiker zur Konfrontation mit
seiner größten Angst.

Er wird versuchen noch mehr zu klammern, den flüchtigen noch
fester an sich zu binden.... doch dieser weicht immer mehr „von
seiner Angst getrieben“ zurück.

Im Grunde genommen bleibt beiden nur eine Wahl. Die Trennung.

Vielleicht – und darauf hoffe ich, können beide ihr Glück an
anderer Stelle finden..... so wäre es für den Beziehungsphobiker
sicher möglich eine Fernbeziehung zu führen. Eine Beziehung, wo
er bestimmen kann, wie nah für ihn nah genug und noch erträglich
ist – ohne zu fürchten, sich aufzugeben.
Während der Verlustphobiker vielleicht auf einen Menschen treffen
kann, bei dem er nicht ständig mit Trennung und dessen Bindungsangst
konfrontiert wird und so an Sicherheit und Vertrauen in die Beziehung
gewinnen kann.

Für diejenigen, die das Thema interessiert hab ich euch mal auf
den Folgeseiten ein paar Infos zu den entsprechenden Störungen
zusammengetragen.

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